And the Deutsche Hörbuchpreis goes to …

Am Dienstag war es soweit ! Der rote blaue Teppich wurde ausgerollt und die deutschen Hörbuchstars machten sich auf den Weg nach Köln, um bei der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises 2016 ihre Preise einzuheimsen. Auch ich setzte mich Dienstag in die Bahn nach Köln, um mit 18 anderen #bookuppern das Netz mit Live-Eindrücken zu versorgen. In Köln traf ich mich mit Susanne und Tobi, um das Ruhrgebiet würdig auf dem Laufenden zu halten …

 

Der Preis !

Seit 2003 wird der Deutsche Hörbuchpreis jährlich im Rahmen der lit.Cologne an Interpreten und Regisseure der besten Hörbücher des Vorjahres verliehen und wird seit 2006 vom gleichnamigen Verein gestiftet. Seine Ziele sind :

„Der „Deutsche Hörbuchpreis“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits die Vielfalt des aktuellen Hörbuchmarktes abzubilden, andererseits durch die Auszeichnung von Produktionen einen Qualitätsstandard zu sichern. Der Preis dient Handel und Hörern zur besseren Auswahl und Orientierung, was unter der Fülle der Publikationen als gutes Hörbuch gelten kann. Für Hörbuchproduzenten definiert der Preis Qualitätskriterien, welche die Produktion aus der Masse heben.“
Homepage des Deutscher Hörbuchpreises

Diese Kriterien werden vom Verein mit einem Preisgeld von 3.333,00 € und einer Trophäe honoriert.

Die Preisträger !

Während bei den Oscars, die Nominierten erst bei der Verleihung von ihrem Erfolg erfahren, stehen die Gewinner des Hörbuchpreises (bis auf eine Ausnahme, aber dazu später mehr) schon einige Zeit vorher fest. Also für jeden Gewinner genug Zeit, sein Gala-Outfit rauszusuchen und seine Dankesrede ausgiebig zu üben.

Beste Interpretin

Sophie Rois, denn

Sophie Rois liest nicht vor, sie ist Baba Dunja. Mit ihrer apart brüchigen Stimme und ihrer intensiven Gestaltungskunst fesselt sie den Hörer von der ersten bis zur letzten Minute. Aus der eigenwillig skurrilen Romanfigur wird dank der authentischen Interpretation ein liebenswerter Mensch, der in Erinnerung bleibt. Sophie Rois scheut sich nicht, die facettenreiche Skala ihrer Stimme voll auszuschöpfen, und macht den Text damit zum Hör-Erlebnis. (Begründung der Preisträgerjury)

Lars Eidinger, denn

Emotional distanziert, fast ironisch erscheint der depressive Erzähler in diesem frühen Text von David Foster Wallace. Doch Lars Eidinger schafft es wie beiläufig, Nähe und Identifikation mit dieser Figur zu erzeugen. Statt von einer Depression zu hören, erleben wir sie aus der Nähe – mit aller Absurdität, aber auch allen Schmerzen. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die keine Lektüre, sondern nur eine meisterhafte Lesung so erzeugen kann, bis zum abrupten Ende. (Begründung der Preisträgerjury)

Wir von Jewgenij Samjatin, denn

Applaus und Aufmerksamkeit für ein herausragendes zeitgenössisches Hörspiel, das mit einer wiederentdeckten klassischen Vorlage aktuelle Themen anspricht: „Wir“ erzeugt gleich auf mehreren Ebenen einen Sog, der den Zuhörer fesselt und die Produktion lange nachklingen lässt. Das gilt für die exzellenten Sprecherleistungen unter der Regie von Christoph Kalkowski ebenso wie für die mitunter monumental orchestrierte Musik Raphael D. Thönes mit ihren perfekten Tempo- und Klangwechseln. Bombastisch und behutsam, betörend und ernüchternd. Perfektes Hör-Kino! (Begründung der Preisträgerjury)

Deutschland. Erinnerungen einer Nation von Neil MacGregor, denn

Burghart Klaußner gelingt es meisterhaft, Neil MacGregors Miniaturen deutscher Nationalgeschichte erzählerisch zu fassen: Bedeutende historische Ereignisse und Prozesse sowie die vielfältige Alltagskultur werden auf diese Weise belebt und erfahrbar gemacht. Durch die kluge und umsichtige Regie von Burkhard Schmid, die überzeugenden begleitenden Klangräume und zahlreiche O-Töne entsteht so ein faszinierendes Gesamtbild mit einem großen Nachhall. Das ist unterhaltsame Information im besten Sinne. (Begründung der Preisträgerjury)
Tante Poldi und die sizilianischen Löwen von Mario Giordano, denn
Cosa Nostra trifft auf temperamentvolle bayerische Naturgewalt. Die Hörbuchfassung von Mario Giordanos Krimi-Parodie ist ein großer Unterhaltungsspaß mit Urlaubsgefühl, leicht, spritzig und von einer Spur gefälliger Ironie durchzogen. Perfekt und charmant erzählt von Philipp Moog, der mit sicherem Gefühl für das richtige Tempo zu überzeugen weiß. Sein hörbarer Spaß an bayerischer Mundart und italienischem Parlando lässt Tante Poldis Welt lebendig werden. Un grande divertimento! (Begründung der Preisträgerjury)
Die Quellen sprechen. Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 vom Hörverlag, denn
Der Hörverlag präsentiert auf 14 CDs, ergänzt durch ein ausführliches Booklet, die ersten vier Teile der historischen Höredition, die das Institut für Zeitgeschichte und der Bayerische Rundfunk bis 2018 realisieren. Eine chronologisch und geografisch geordnete Auswahl von Zeugnissen der Opfer, Täter und Beobachter wird von Schauspielern und Zeitzeugen vorgelesen und durch Informationen auf der zugehörigen Website ergänzt, durch die das Archiv dauerhaft abrufbar bleibt. (Begründung der Preisträgerjury)
Die unendliche Geschichte von Michael Ende, denn
Eintauchen und dranbleiben – das fällt hier nicht schwer, denn dieses Hörspiel ist etwas ganz Besonderes. So viele gute Sprecher, faszinierende Geräusche und die Musik, die von einem richtigen Orchester eingespielt wurde, ziehen einen sofort in den Bann, und man erlebt die Abenteuer direkt mit. Das Hörspiel gefällt Mädchen wie Jungen – und sogar die Eltern haben Spaß daran. Aufhören zuzuhören? Das geht nicht. Das Buch ist gut, aber das Hörbuch ist phantástisch. (Begründung der Duda-Kinderjury)
Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich als „Die drei ???„, denn
Seit 1979 sind Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich „Die drei ???“. Ihre unbändige Freude am Spiel mit dem gesprochenen Wort, die Generationen geprägt hat, lässt sie Arenen füllen und Rekorde brechen. Als Schauspieler, Synchronsprecher und Produzenten verkörpern sie die vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit Stimme, Wort und Klang. (Begründung des Vereins Deutscher Hörbuchpreis)
Passagier 23 von Sebastian Fitzek
gewann den HörKules und wurde erst als Publikumspreis während der Verleihung bekannt gegeben. Die Sieger Marc Sieper, Simon Jäger und Torsten Surberg waren somit die einzigen Gewinnerdes Abends, die das Oscar Feeling genossen konnten. „And the Oscar Hörkules goes to … „
Soviel zu den Formalia. Kommen wir nun zu
Der Verleihung !
Bella figura auf dem blauen Teppich !

Wie schon oben berichtet, machte ich mich zusammen mit Suse und Tobi auf den Weg nach Köln. Für mich war es das erste #bookupDE und dann auch noch auf dem #dhp2016 ! Also einer Preisverleihung und der Eröffnung der ausverkauften lit.Cologne in Eventunion ! Meine Erwartungen waren also entsprechend hoch und wurden sogar noch übertroffen.
Nicht nur die Preisträger, auch ich habe mich dem Anlass passens gekleidet. Die nötige Inspiration bekam ich, als ich im Vorfeld Tante Poldi und die sizilianischen Löwen rezensierte. Mario Giordano hat nämlich verraten, wie man das in Sizilien am Besten macht :  Immer schön auf die Bella figura achten !

Bella figura ist das Credo Italiens. Zur Basisausstattung gehören eine gepflegte, dezent modische Erscheinung, ein guter Schuh und die richtige Sonnenbrille.- Mario Giordano

Früh machten wir uns auf den Weg, schliesslich wollten wir nicht zu spät zu unserer ersten Preisverleihung kommen, wobei ich gar nicht weiss, ob meine beiden Mit-bookupper schon mal auf einer waren. Meine war es garantiert. Im Funkhaus am Wallraffplatz angekommen, hiess es erst einmal über den – in diesem Fall blauen – Teppich schreiten. Warum Blau? Weil, „Blau macht glücklich“, oder so ähnlich …
Beim anschliessenden Empfang mit Sekt und Häppchen haben wir dann erstmal unsere anderen Mitstreiter gesucht, gefunden und wurden dann von Stefanie zu unseren Plätzen gebracht. Und was für Plätze !! Susanne meinte ja zuvor wir wären die „Twitterer Gottes“ und so falsch war der Vergleich nicht. Wie die grichischen Götter sassen wir auf der Empore und sahen wie vom Olymp gleich auf das Geschehen unter uns herunter !
Also ich wäre dann soweit … Und ja, die Sofas hinterher bitte einmal einpacken !
Ein #bookupDE ist auf dem #dhp2016 ist vor allem eins: Arbeit, Arbeit, Arbeit ! Und gleichzeitig wohl die einzige Gelegenheit, bei der es nicht unhöflich ist, sich die ganze Zeit mit dem Smartphone zu beschäftigen.

Soviel Arbeit geht natürlich nicht an allen spurlos vorrüber. Der Hauptleidtragende war in unserem Fall das WLAN, das wahrlich Schwerstarbeit leisten musste. Immer wieder ächzte und schwächelte es. Musste es doch wie der Bote einst in Marathon, das Internet mit unseren Nachrichten versorgen. Aber besser ein WLAN mit Schwächen, als gar keins. Ein weiteres Opfer hatte ich zu verzeichnen: meinen Akku, der immer schwächer wurde, sodass ich hinterher wählen musste, ob JETZT der Zeitpunkt war, ein Bild im Instagram hochzuladen. Memo an mich selbst: Zusatzakku kaufen!

Und hier ist ihr Gastgeber: Götz Alsmann !

Charmant, geistreich und witzig führte Götz Alsmann durch die Verleihung. Aber nicht nur das Publikum, sondern auch er war an das starre Zeitkorsett der Radio-Live-Übertragung gebunden.

Wenn sich jetzt nicht alle setzen, gehen die Sprenkleranlagen an. – Götz Alsmann

Hatte das Publikum noch kurz vor Beginn der Übertragung Anweisungen von Alsmann bekommen, erfuhr dies nun der Moderator am eigenen Leib: die Regie-Assistanz  ruderte bei jedem Interview  Alsmanns mit einem der Preisträger so verzweifelt mit den Armen, dass man einen Rettungsring werfen wollte. Sowas sieht man nicht im Fernsehen und im Radio sowieso nicht.

Musikalische Untermalung erfuhr der Abend mit der Musik vonder persischen Künstlerin  Maryam Akhondy Banu und ihrem Chor. Für meinen Geschmack kam dies etwas zu kurz, aber das war höchstwahrscheinlich auch dem engen Zeitplan geschuldet.

Die Aftershow Party !

Nach einer gelungenen Preisverleihung ging es für uns alle nach unten ins Foyer. Und nach einer kurzen Stärkung, hiess es für einige von uns dann erstmal Autogramme und Fotos jagen.

A little bit of fangirling #bookupDE #dhp2016

A photo posted by Verena Fiona (@londonparismilanblah) on

Jetzt sind andere dran #dhp2016 #bookupDE

A photo posted by Verena Fiona (@londonparismilanblah) on

Und alle so: Yeah !

Was bleibt mir jetzt noch zu sagen?

Ich bedanke mich beim WDR, beim Deutschen Hörbuchpreis und den Sponsoren  Belsazar,  Julius, Meinl, Seeberger, Brauerei Veltins, DUDA, Lindt, Sonopress, Frittz-Kola, MBV, Topac, Voelkel, Gerolsteiner, Rotkäppchen und Wingaard Kaas für diesen famosen Abend. Mein besonderer Dank geht an Stefanie Leo, Esther-Maria Roos und Ulrike Westhoff für die freundliche Betreuung sowohl on- als auch offline. Danke !

 

Dieser Post entstand im Zuge meiner Akkreditierung für das #bookupDE bei dem Deutschen Hörbuchpreis in Köln.

4 Gedanken zu “And the Deutsche Hörbuchpreis goes to …

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